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Am 20.11.09 hat der BUND
Landesvorstand beschlossen, von einer weiteren Klage gegen die Fabrik
abzusehen. Auf diese Entscheidung haben wir von unserer Seite keinen
Einfluss genommen. Schade, dass der Kampfgeist aus der Region nicht auf
den Landesverband in Stuttgart übergesprungen ist.
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Der BUND sah sich am 08.10.09 gezwungen, die Erledigung
des
Gerichtsverfahrens um den vorzeitigen Baubeginn zu erklären. Diese
aus Sicht des Verbands höchst unfaire gerichtliche Situation wurde
durch eine Terminüberschneidung herbeigeführt. Das Gericht
hätte durchaus eine Sachentscheidung fällen können -
wenn es denn gewollt hätte. Es stünde der öffentlichen
Hand gut an, wenn bürgerschaftliches Engagement und ehrenamtliche
Verbandstätigkeit nicht mit Hilfe solcher Mittel ausgehebelt
würden. Über die Angreifbarkeit der
Hauptgenehmigung gibt es keinen juristischen Zweifel.
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In der
Nacht nach dem Spatenstich wurde ein Abwasserdruckleitungsrohr bei
der Fleischwerk-Baustelle von Edeka in Rheinstetten beschädigt.
Sachbeschädigung ist eine Straftat, die geahndet gehört - wer
immer diese begangen haben mag. Der Verein "Die Siedler von KA"
distanziert sich ausdrücklich
von diesem Vorgang. Die Bewachung der Baustelle wird wohl
verstärkt werden. Wir hoffen, dass
behördlicherseits dennoch regelmäßig die Einhaltung der
Bauauflagen kontrolliert wird. Erneut wurde ein Verstoß gegen
geltende Bauauflagen festgestellt.
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Am Donnerstag, den 24.09. wurde bekannt, dass das
Regierungspräsidium die endgültige Bau- und
Betriebsgenehmigung für die Fleischfabrik erteilt hat.
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Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Mitte September
wegen Verstoßes gegen die Bauauflagen, genauer wegen einer
unsachgemäßen Betankung, bei der es zu einer Kontamination
des Bodens mit Kraftstoff kam.
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Niemand, der den Ablauf des Verfahrens verfolgt hat, war
wirklich überrascht, als das Regierungspräsidium am 06.07.09
eine Zulassung vorzeitigen Baubeginns erteilt hat. Aber: Warum hat das
Regierungspräsidium es eigentlich nicht geschafft, innerhalb der
gesetzlich vorgesehenen 7 Monate Prüfzeit die endgültige
Genehmigung zu erteilen? Das kann zwei Gründe haben: Entweder gibt
es etwas,
das sehr schwer zu genehmigen ist (sind wir also doch irgendwie
betroffen, obwohl man angeblich nichts hört, nichts sieht und
nichts riecht und eine Industrieanlage mit Klärwerk ohne weiteres
in einem Wasserschutzgebiet stehen kann). Oder aber man will es durch
diesen ebenso einfachen wie wirkungsvollen Trick den Menschen so schwer
wie möglich machen, sich zu wehren. Diese Taktik ist dem
Regierungspräsidium spätestens aus Zeiten der Genehmigung des
RDK 8 geläufig, sie war dort schließlich erfolgreich.
Mit der dem Regierungspräsidium eigentlich zugedachten Rolle der
Neutralität hat das allerdings herzlich wenig zu tun. Obwohl
natürlich alles nach Recht und Gesetz geht, wer hätte da
Zweifel...Und obwohl es Edeka so eilig hatte, mit dem Bau zu beginnen,
geschah bis zum 20.07. erst einmal gar nichts. Dann rückten die
Bagger an.
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Da die Sache mit den Radieschen vielleicht ein wenig zu
peinlich war, hat man sich im Regierungspräsidium auf die Aussaat
von Hanf geeinigt. Hanf wächst schnell und soll dadurch den
Feldlerchen die Brut verleiden. Zum Glück hilft die Natur sich
selbst, und so haben Wildschweine und Rehe im Hanffeld Brachen
geschaffen, auf denen die Feldlerche nun doch zahlreich
brüten kann.
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Die aus der Presseberichterstattung über das Edeka
Fleischwerk
hinlänglich bekannte "Salamitaktik" erhielt im März
Verstärkung durch eine schlicht brillante Idee: Die
Radieschenstrategie. Dahinter verbirgt sich ein Plan, den das
Regierungspräsidium gemeinsam mit den Vorhabensträgern
ausgeheckt hat.
Die Idee hinter diesem Plan ist bemerkenswert. Es verhält sich
nämlich
folgendermaßen: Auf den frisch zur Bebauung freigegeben
Ackerflächen
des zukünftigen Megawerks waren die Feldlerchen aus ihrem
Winterquartier
zurückgekehrt. Sie sind nach europäischem Naturschutzrecht
besonders
geschützt, ihre Brut darf nicht gestört werden.
Regierungspräsidium und
Naturschutzbehörde standen also vor der Frage, wie man die Lerchen
daran hindern kann zu brüten, ohne sie zu verscheuchen (das
wäre
nämlich verboten). Der Antwort, die sie gefunden haben,
gebührt unser aufrichtiger Respekt: Das Gelände wird einer
"normalen"
landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt (das ist erlaubt).
Ausgesät
werden - man lese und staune - Radieschen! Zwanzig Hektar voller
Radieschen, die für die frühe Kultur mit Folie abgedeckt
werden. Und wo
der Boden mit Folie bedeckt ist, da will keine Lerche ihr Nest bauen.
Wer hätte gedacht, dass so viel Kreativität in den Amtsstuben
schlummert! Die Firma Edeka übrigens, die für ihr
Entgegenkommen im
Rahmen des Bauvorhabens schon viel Lob bekommen hat, hat auch diesmal
ihre Hilfe angeboten. Sie wird einen Landwirt vermitteln, der im Umgang
mit Folienkultur erfahren ist und der zuständigen
landwirtschaftlichen
Versuchanstalt zur Hand gehen kann. Außerdem hat sich Edeka
bereit
erklärt, bei der Vermarktung der Radieschen behilflich zu sein.
Heißt
das für uns Verbraucher: Top-regionale Radieschen frisch vom
Ex-Versuchssacker ins Gemüseregal? Sie glauben diese Geschichte
nicht?
Dann empfiehlt sich das Studium der Unterlagen zur Rheinstettener
Gemeinderatssitzung vom 17.03.09.
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Beim Erörterungstermin mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe
am 09.02. und 10.02.09 in der Neuen Messe Karlsruhe konnte Frau Kraft
aus dem Bauamt Rheinstetten die Notwendigkeit einer dritte Offenlage
des Bebauungsplans nicht ausschließen.
Szenenfoto:

Ein Termin, an den sich
alle Anwesenden noch lange erinnern werden...in perfekt organisierter
Örtlichkeit standen sich zwei unvereinbare Parteien
gegenüber. Bis zu 100 anwesende Bürger brachten ihre
persönlichen Einwände gegen das Bauvorhaben vor. Das
Regierungspräsidium beschränkte sich darauf, alles zu
Protokoll zu nehmen. Wir erinnern uns: Die Einwender mussten zu
Heiligabend alle Einwendungen schriftlich einreichen. Bearbeitet wurde
seither offenbar nichts.
Ebenso wie die Einwender wurde auch Edeka
juristisch begleitet. Zitat auf die Frage,
ob Edeka Garantien abgibt, dass keine Gerüche entstehen werden, so
wie es in den Gutachten stets behauptet wird: "Nein. Wir machen das
gesetzlich Notwendige, zu mehr sehen wir keine Veranlassung." Tja.
Nach einigem Druck haben auch die BNN
noch beschlossen, aus zweiter Hand über den Termin zu berichten
(siehe "Presse"). Der anschaulich bebilderte Bericht des einzigen
leibhaftig anwesenden Pressevertreters Bernd Fuhrmann von Rheinstetten
Online steht hier.
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Die Stadt Rheinstetten
steht in Verhandlungen mit dem
Land Baden-Württemberg über insgesamt 100 Hektar (!)
landeseigene Flächen zwischen Karlsruhe und Rheinstetten. Das
bedeutet, dass die Ansiedlung der Edeka-Fleischfabrik der
Beginn eines riesigen Industriegebiets Karlsruhe-Rheinstetten sein
soll. Der Bebauungsplan der 2. Offenlage nimmt unmittelbar Bezug auf
die diesbezügliche Planung der Landesentwicklungsgesellschaft
Baden-Württemberg (LEG) aus dem Jahr 2004.
Ob es allerdings so kommt, wie Rheinstetten sich das vorstellt? Nach
Aussage von Minister Hauk gibt es in Baden-Württemberg
bereits genügend "Gewerbegebietle". Auf die freien Flächen
darf nur jemand, der 40, 50 oder 60 Hektar Fläche benötigt.
Das wird wohl nicht allzu lange dauern in Zeiten von Geld, Gier und
Größenwahn. Vielleicht eine Großbäckerei von
Edeka? Oder ein Logistikzentum? Wir sind gespannt.
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Was die Haltung der Landesregierung betrifft, so spricht die Antwort
auf
die Initiative
der GRÜNEN Landtagsabgeordneten Rastätter und Splett
Bände.
Der Verkauf der Flächen des Landes
Baden-Württemberg an Edeka steht bis heute erstaunlicherweise
nicht auf der
Tagesordnung des Finanzausschusses des Landtags. Schließlich soll
doch so bald wie möglich mit der Umsetzung des Bauvorhabens
begonnen werden. So dürfen wir uns
noch gedulden, ob und wann Edeka sagen wird: DANKE,
BADEN-WÜRTTEMBERG!
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Zur Erinnerung für
alle, die Plakate aufhängen
möchten: Dies ist nur auf Privatgelände erlaubt! Wer
öffentlich plakatiert, riskiert ein Bußgeld. Plakate
können per Mail an diesiedlervonka(at)web.de angefordert werden.
Demnächst läuten wir mit einer neuen Aktion den Frühling
ein!
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