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Seite 2:
"Wir werden in dieser neuen Produktionsstätte bis
zu 800
Arbeitsplätze sichern und schaffen ..."
Die Arbeitsplätze der bereits bestehenden
Fleischwerke würden
mit dem jetzt geplanten Bauvorhaben gesichert, 800 Arbeitsplätze
würden mit Sicherheit - wenn überhaupt - erst im zweiten
Bauabschnitt erreicht. Bis
dahin fallen aber durch die Zentralisierung vermutlich auch noch
bestehende Fleischwerke aus dem Aufkauf des Discounters PLUS weg, so
daß unter dem Strich dem Vernehmen nach mehr Arbeitsplätze
wegfallen als insgesamt neu geschaffen werden. Oder? Wie sonst erreicht
man einen "Quantensprung an Effizienz und Produktivität?", wie
Edeka es laut "Masterplanung Fleischwerke" vorhat? Man googele in
diesem Zusammenhang einmal nach der FG Frischwaren in Laichingen...als
Beispiel.
"Wir spielen mit offenen Karten ..."
Edeka ist für Gespräche offen, dies
können wir
bestätigen. Die Transparenz endet bei der Frage nach dem
verhandelten Kaufpreis zwischen EDEKA und dem Land
Baden-Württemberg und bei der Frage, warum der Standort Heddesheim
tatsächlich nicht weiter in der Standortauswahl blieb. Heddesheim
ist bereits heute
ein großer EDEKA-Standort und bietet eine vorhandene
Gewerbefläche in ausreichender Größe direkt neben einer
Autobahnausfahrt der A5 an. Allein an den Transportkilometern kann es
nicht liegen...
Seite 6:
Der Produktionsbetrieb Fleisch Kuhn in Karlsruhe kam
durch die
Akquisition der Firma Marktkauf zu EDEKA. Dort fürchten die
Arbeitnehmer nun um ihre Arbeitsplätze, wie Elwis Capece von der
Gewerkschaft NGG am 7. Juli 08 in den BNN zum Ausdruck gebracht hat. Es
ist nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal, wenn ein Konzern "der
größte Arbeitgeber der Region" ist - denn dies kann sehr
schnell zum Druckmittel werden. Oder?
Seite 14:
EDEKA
stärkt die regionalen Landwirte in
Baden-Württemberg
durch Abnahmegarantien. Dafür erhält der Konzern Subenvtionen
von der EU als "landwirtschaftlicher Betrieb". Der auf dem Foto
abgebildete strahlende Landwirt mit Ferkel im Arm ist leider weit
entfernt von der Realität des subventionierten
"Gutfleisch"-Programms. Hier mehr über das Gutfleisch-Programm.
Seite 16:
"Durch den neuen Betrieb in Rheinstetten
sparen wir
rund eine Millionen LKW-Kilometer im Jahr ..." Exakt, wenn auch
nirgendwo belegt, sind es 970.000 laut Edeka. Bruchsal stellt
für Edeka Südwest
Fleisch GmbH aus Sicht der Transportwege einen besseren Standort dar,
da dies laut Edeka die logistische Mitte ist.
"Somit steht Rheinstetten für eine
höhere
Energieeffizienz
als bisher."
Es wird weniger Energie als an den bestehenden Betrieben
zusammen
eingesetzt. Das ist bei einer Rationalisierungsmaßnahme auch zu
erwarten, sonst wäre sie sinnlos. Die Gesamtenergie würde
jedoch jetzt nur noch auf
unseren Äckern umgesetzt.
Seite 17:
"Die
Abstände zu Wohngebieten sind so groß,
so dass ein
Einfluß auf die Belüftungsbahn Richtung Karlsruhe nicht
gegeben ist".
Dieses Fazit des Umweltberichts der Firma Modus Consult ist
ein Beispiel
dafür, wie genau man Gutachten lesen muss, bevor man sich auf
deren Aussagekraft verlassen darf. Eine Belüftungsbahn ist
nämlich von der Nähe zu Wohngebieten unabhängig.
Seite 19:
"Damit
erhält die Region einen deutlichen
Kaufkraftzuwachs
in Höhe zusätzlicher Nettoeinkommen von rund 20 Mio
€."
Eine Zahl fällt vom Himmel...Leider fehlt als
Bezugsgröße der betrachtete Zeitraum und
die Anzahl der
berücksichtigten Arbeitnehmer.
"Unsere Mitarbeiter in Rheinstetten werden wir
laufend
auf dem neuesten
Stand der Technik, Hygiene und Qualitätssicherung halten. ..."
Oje - hoffen wir, dass diese Formulierung durch den
Zeitdruck bei der
Erstellung dieses Prospektes entstanden ist. Schließlich musste
er pünktlich zur Demo in Rheinstetten fertig werden...
Seite 21:
"Allerdings
gibt es in der TechnologieRegion Karlsruhe
keine passendere
Gewerbefläche mit der entsprechenden logistischen Anbindung.
..."
Es handelt sich bei der besagten Parzelle aktuell um
eine
landwirtschaftliche Fläche, also um die oft zitierte "Grüne
Wiese" - nicht um eine Gewerbefläche und schon gar nicht um ein
Industriegebiet für den 24-Stunden-Betrieb. Die Vorgabe zur
Nutzung der Fläche ist "Schutzbedürftiger Bereich für
die Erholung".
"Wir beachten die Verordnungen der
Wasserschutzzonen und
beeinträchtigen nicht das Grundwasser.
Die "Verordnungen für
Wasserschutzzonen"
einzuhalten ist einfach,
da es sie gar nicht gibt. Falls die Verordnung des Wasserschutzgebiets
Kastenwörth gemeint sein sollte, dann liegt ein Konflikt vor. Im
Wasserschutzgebiet Kastenwörth darf ohne Sondergenehmigung des
Regierungspräsidiums Karlsruhe keine Industrieansiedlung erfolgen
und auch keine Werks-Tankstelle gebaut werden. Da das
Regierungspräsidium aber dazu da ist, die Ziele der
Landesregierung umzusetzen, erwarten wir keinen abschlägigen
Bescheid.
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