Das Projekt



In der Heidenstückersiedlung gibt es einen Friedhof, der sich nach seiner Fertigstellung vor 7 Jahren als überflüssig herausgestellt hat (wir erinnern uns: Der Landesrechnungshof hatte seinerzeit die Verschwendung von Steuergeldern angeprangert, und die Menschen wählen inzwischen vermehrt die Urnenbestattung).


Die Stadt sucht seither nach einer anderweitigen Nutzung. 17 Vorschläge wurden bisher eingebracht, aber alle wurden bisher von der Stadtverwaltung bzw. den zuständigen Dezernaten abgelehnt. Am wahrscheinlichsten schien die Nutzung als Kleingartenanlage (das gibt Ökopunkte für die Stadt). Dann trat Herr Ludwig von Ludwig Elektro als "Investor" auf den Plan, der ein "Bürgerdorf" auf der Fläche errichten möchte. In 11m hohen Blockhütten soll Brot gebacken und Wurst wie in alten Zeiten hergestellt werden. Daneben ist ein Biergarten und eine Bühne für Veranstaltungen vorgesehen. 25 Blockhütten mit je 4 Betten sollen Familien zur Übernachtung vis a vis zur geplanten Fleischfabrik einladen. Tatsächlich handelt es sich dabei vornehmlich um billige Unterkünfte für Monteure zu Messeveranstaltungen (oder auch für die Leiharbeiter des geplanten Fleischwerks?). Dies geht aus Unterlagen hervor, die der Investor der Stadtverwaltung bzw. dem Amt für Wirtschaftsförderung vorgelegt hat.

Das Gelände des Friedhofs liegt regionalplanerisch in der sogenannten Grünzäsur und im Landschaftsschutzgebiet und ist grundsätzlich von einer Bebauung ausgeschlossen. Das Amt für Wirtschaftsförderung steht dem Vorhaben dennoch positiv gegenüber, während die Stadtverwaltung sich (noch) eher kritisch äußert. Für eine mögliche Bebauung müsste der Regionalplan - ähnlich wie für die Fleischfabrik - geändert werden. Ökologisch gesehen handelt es sich darüber hinaus um ein sensibles Gebiet.

Der Planungsausschuss der Stadt Karlsruhe wird sich in seiner nächsten Sitzung am 22.Juli mit dem Thema in Form eines Sachstandsberichts befassen.

Broschüren



Broschüre der Siedler von KA, des BÜV Grünwinkel und des Vereins der Siedler und Eigenheimer Heidenstücker zur zukünftigen Nutzung des Friedhofs
Foliensatz des "Investors" Ludwig "Das Bürger Dorf - Das Konzept einer alternativen Nutzung des Areals Grünwinkler/Heidenstückersiedlung Friedhof"



Presseartikel


BNNFr 26.03.10  BNN "KAL macht sich für Heidenstücker-Park stark"
Do 01.10.09  SZ "Offener Park statt Friedhof"
Do 01.10.09  BNN "Wird Friedhof zu offenem Park?"
Fr 10.07.09  BNN "Bürgerpark oder Bürgerdorf?"
Fr 03.07.09  BNN "Um leeren Friedhof wird gestritten"

Richtigstellung: Der von den Siedlern bevorzugte offene Park für die Bürger ist nicht zu verwechseln mit einem Bürgerdorf und schon gar nicht mit einem Messepark. Der Friedhof liegt vollständig in der regonalplanerisch ausgewiesenen Grünzäsur. Dieser Umstand ist im Nutzungskonzept zu berücksichtigen. Der erwähnte "besondere Anspruch" der "Siedler" für ein Freizeitgelände besteht höchstens darin, dass große Veränderungen eben nicht gewünscht werden.

Di 18.11.08  BNN "Ein klarer Konflikt zeichnet sich bei der Resource Fläche ab"
Fr 20.06.08  BNN "Verwandlung des Friedhofs in Freizeitpark ist noch offen"